In einer schlichten schwarzen Zeugnismappe, nur mit seinem Namen versehen, sammeln sich Konrad Adenauers Zeugnisse. Drei stammen aus der Zeit der Knabenschule, die er von 1882 bis 1885 besuchte, und 26 stammen aus der Zeit des Königlichen Katholischen Gymnasiums an der Apostelnkirche, welches Adenauer von 1885 bis 1894 durchlief.
Schon vor der Einschulung legte sein Vater Johann Conrad Adenauer großen Wert auf die Bildung seiner Söhne, um ihnen später den sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Dank der vorschulischen Bildung durch „Privatlehrer Papa“ übersprang der junge Adenauer die erste Klasse der Knabenschule und erzielt in den meisten Fächern Noten wie „sehr gut“ und „gut“. Lediglich im Fach Gesang taucht zweimal die Note „genügend“ auf seinem Zeugnis auf.
Am Gymnasium nahmen seine Leistungen jedoch zunächst etwas ab, besonders in Zeichnen und Turnen, in denen oft „genügend“ vermerkt wurde. Im Gegensatz dazu schnitt er in Religionslehre, seinem besten Fach, stets mit „recht gut“ oder „gut“ ab. Auch sein Verhalten wurde durchweg positiv bewertet: „Sein Betragen war stets ordnungsmäßig und ohne Tadel; er widmete allen Unterrichtsgegenständen rege Teilnahme und angestrengten Fleiß“, heißt es in seinem Reifezeugnis.
Bei der früher noch üblichen Klassenrangordnung war Adenauer zwar nie Klassenbester, gehörte mit seinen Leistungen aber immer zu den Besten.
Mit seinem Reifezeugnis, das sich nicht mit den anderen Zeugnissen in der Mappe befindet, schließt er das Abitur in fast allen Fächern mit der Note „gut“ ab, in Gesang sogar mit „sehr gut“. Die einzige Ausnahme bildet das Fach Turnen, in dem es bloß für „genügend“ reicht. So lässt sich Adenauer während seiner gesamten Schullaufahn als durchaus guter Schüler beschreiben.