Anfang August 1948 tagte der Landtag von Nordrhein-Westfalen noch immer in den Henkelwerken in Düsseldorf. Konrad Adenauer war als gewählter Vertreter des Wahlkreises 22 (Siegkreis-Süd) Mitglied des Parlaments und hatte dabei Gelegenheit, sich mit Heinz Renner auszutauschen. Dieser war Politiker der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und hatte nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise die Ämter des Sozial- und Verkehrsministers in der Landesregierung inne. Von Februar 1948 bis September 1949 blieb Renner Mitglied des Landtags.
Eine engere Zusammenarbeit der beiden Politiker ergab sich durch die Berufung in den Parlamentarischen Rat. Kurz nach der hier gezeigten Aufnahme wurden sie mit der Aufgabe betraut, ein Grundgesetz für die ehemaligen westlichen Besatzungszonen zu entwickeln. Neben CDU/CSU und KPD waren auch Mitglieder der SPD, der FDP, der Deutschen Partei und der Zentrumspartei Teil des Gremiums. Die KPD, darunter Heinz Renner, unterschrieb das als Provisorium gedachte Grundgesetz letztendlich jedoch nicht.
Konrad Adenauer und Heinz Renner wechselten derweil beide in die Bundespolitik. Im Bundestag trafen ihre unterschiedlichen Ansichten aufeinander, was sie jedoch nicht davon abhielt, die Streitlust des jeweils anderen anzuerkennen. 1953 war die KPD nicht mehr im Bundestag vertreten und drei Jahre später wurde die Partei verboten. Renner siedelte in die DDR über und verstarb dort. Zu den Beileidsbekundungen gehörte ein Schreiben von Konrad Adenauer.