„Immer eine schöne Erinnerung“

Ein Dankesschreiben Konrad Adenauers vom Juli 1952

Am 14. Juli 1952 richtete Konrad Adenauer ein Schreiben[1] aus Bonn an den Baden-Badener Oberbürgermeister Dr. h. c. Ernst Schlapper. Der Brief ist im Stadtarchiv Baden-Baden überliefert und entstand einen Tag nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den damaligen Bundeskanzler. Anlass war Adenauers Aufenthalt in Baden-Baden im Rahmen der Internationalen Rosentagen, die 1952 erstmals als internationales Ereignis ausgerichtet wurden.

Adenauer bedankte sich in seinem Schreiben für die ihm in feierlicher Form verliehene Ehrenbürgerwürde der Stadt Baden-Baden. Besondere Erwähnung fand die künstlerische Gestaltung des Ehrenbürgerbriefes. Der Aufenthalt am 13. Juli 1952, so hielt er fest, werde ihm „immer eine schöne Erinnerung bleiben“. Der Ton des Schreibens war persönlich und höflich, ohne politischen Charakter. Der Brief dokumentierte einen Moment öffentlicher Anerkennung und persönlicher Wertschätzung.

Die Internationalen Rosentage standen unter der Schirmherrschaft der Rosengesellschaft. Diese verbanden Repräsentation mit internationaler Begegnung und trugen zur Positionierung Baden-Badens als Ort kultureller Offenheit und Verständigung bei. Die Initiative zur Ehrung Adenauers ging auf Oberbürgermeister Ernst Schlapper zurück.

Das Schreiben wird durch mehrere zeitgenössische Fotografien ergänzt, die Adenauers Aufenthalt in Baden-Baden dokumentieren. Aufnahmen aus dem Sitzungssaal des Rathauses zeigen sowohl den Bundeskanzler bei seiner Ansprache anlässlich der Ehrenbürgerverleihung[2] als auch Oberbürgermeister Dr. h. c. Ernst Schlapper bei seiner Rede[3], jeweils vor floralem Schmuck und im Beisein städtischer Vertreter und geladener Gäste. Eine weitere Aufnahme zeigt Adenauer beim Besuch der Gönneranlage, wo er die Rosen betrachtet[4]. Diese Szene greift den kulturellen Rahmen der Internationalen Rosentage auf und vermittelt einen informelleren Eindruck des Aufenthalts.

Die Fotografien stammen aus dem Atelier Photo-Kühn, einem in der Nachkriegszeit in Baden-Baden ansässigen Fotografenbetrieb, der regelmäßig offizielle Anlässe und städtische Ereignisse dokumentierte. Für das Jahr 1952 ist anzunehmen, dass die Aufnahmen von Walter Kühn, dem Sohn des Fotografen Hugo Kühn, angefertigt wurden, der zu dieser Zeit das Atelier führte.

Brief und Fotografien erlauben einen Einblick in die Formen politischer Repräsentation der frühen Bundesrepublik. Sie zeigen Adenauer nicht als handelnden Staatsmann, sondern als Empfänger einer kommunalen Ehrung. Gerade diese Perspektive verleiht der Überlieferung ihren Quellenwert. Zugleich wird sichtbar, wie sich nationale Geschichte in lokalen Kontexten niederschlägt.

 


[1] StABAD A27/1-228 Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, 1951-1974.

[2] StABAD F2/1390 Adenauer Konrad [bei seiner Rede zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft], Photo-Kühn, 13. Juli 1952, 10,5 x 14,7 cm.

[3] StABAD F2/1381 Adenauer, Konrad bei den Rosentagen: Verleihung der Ehrenbürgerschaft, Photo-Kühn, 13. Juli 1952, 14,8 x 10,1cm.

[4] StABAD F2/1387 Adenauer, Konrad in der Gönneranlage bei den Rosentagen, Photo-Kühn, 13. Juli 1952, 10,6 x 14,6 cm.

 

 

© Stadtmuseum-/archiv Baden-Baden, StABAD F2/1387

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