Die Geschichte des Köln Bonn Airport ist eng mit Konrad Adenauer verbunden. In seine Zeit als Kölner Oberbürgermeister (1917 – 1933) fällt der Ausbau des Butzweiler Hof zum „Luftkreuz des Westens“. Nach dem Krieg ist es Adenauer, von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler, der sich maßgeblich bei den Besatzungsmächten für einen zivilen Flughafen im Kölner Süden einsetzt. Die Anbindung der Hauptstadt Bonn an den internationalen Luftverkehr hält Adenauer für zwingend notwendig. Seine Bestrebungen sind von Erfolg gekrönt, am 8. Dezember 1950 wird die Flughafengesellschaft unter dem Namen „Köln-Bonner Flughafen Wahn GmbH zu Porz“ gegründet.
In den Folgejahren wird der Airport zum Schauplatz großer weltpolitischer Begegnungen. Von Beginn an begrüßt Adenauer an „seinem Flughafen“ politische Besucher und Wegbereiter für den Wiederaufbau Deutschlands. Zahlreiche Fotos im Archiv des Flughafens zeugen von der Vielzahl an hochkarätigen Gästen aus der ganzen Welt. Dazu zählen unter anderem der britische Außenminister Anthony Eden (1954), Prinzessin Margerete, Schwester von Queen Elisabeth (1954), der indische Ministerpräsident Jawaharlal Nehru (1960) und der französische Staatschef Charles de Gaulle (1961).
Eine besondere Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt die Begegnung von Konrad Adenauer und John F. Kennedy am 23. Juni 1963 auf dem Vorfeld des Flughafens. Der 87-jährige Adenauer begrüßt den US-amerikanischen Präsidenten, der um 9.40 Uhr bei strahlendem Sonnenschein zu seinem ersten (und einzigen) Staatsbesuch in Deutschland gelandet ist, mit einem festen Händedruck. Kennedy, mit 46 Jahren halb so alt wie Adenauer, ist der charismatische Hoffnungsträger einer ganzen Generation. Vor den Augen von Presse und Weltöffentlichkeit, die den Besuch Kennedys in der jungen Bundesrepublik aufmerksam verfolgen, bekräftigt dieser Handschlag auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs das enge Bündnis zwischen der Bundesrepublik und den Vereinigten Staaten.
Der Flughafen hat sich, obgleich in jenen Jahren Staatsbesuche an der Tagesordnung sind, für den Ehrengast besonders festlich herausgeputzt. Minister, Staatssekretäre und höhere Beamte warten unter einem roten Baldachin, eine Tribüne steht für die jubelnde Menschenmenge und die Presse bereit. Tausende Schaulustige haben sich in die Wahner Heide begeben, um die Landung des Präsidenten aus nächster Nähe zu erleben. Nach 21 Salutschüssen und den beiden Nationalhymnen schreiten Adenauer und Kennedy gemeinsam die Ehrenformation der Bundeswehr ab.
Die Landung am CGN ist der Auftakt eines viertägigen Deutschland-Besuchs Kennedys. Nach einem Dom-Besuch und dem Eintrag ins Golde Buch, hält er vor dem Kölner Rathaus eine Rede, die mit „Kölle Alaaf“ endet und 50.000 Menschen zum Jubeln bringt. Drei Tage später spricht er anlässlich des 15. Jahrestages der Luftbrücke vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin. Aus dieser Rede stammt der berühmte Ausspruch „Ich bin ein Berliner.“
Für Adenauer ist es eines der letzten großen, internationalen Ereignisse einer außergewöhnlichen Politiker-Laufbahn. Am 15. Oktober desselben Jahres tritt er, nach 14 Jahren als Bundeskanzler, von seinem Amt zurück.
Seit dem 4. Oktober 1994 trägt der Flughafen Köln/Bonn den Namenszusatz „Konrad Adenauer“. Eine Büste im Terminal erinnert an den großen Rheinländer, der die Geschicke Deutschlands, seiner Heimatregion und des Flughafens über Jahrzehnte maßgeblich mitbestimmte.
Rebekka Rülcker