Brieföffner aus Jade und Gold

Ein kurioses, kostbares Geburtstags­geschenk aus dem Jahr 1960

Konrad Adenauer feierte seinen Geburtstag am 5. Januar im Bonner Bundeskanzleramt mit großem Aufwand. Die Gratulationscour durch die Räume des Palais Schaumburg dauerte teilweise mehrere Stunden. Allerdings geschah dies nicht hinter verschlossenen Türen, sondern wurde über den Rundfunk, die Presse und die Wochenschauen in ganz Deutschland publik gemacht. Von Blumen und Büchern über teures Geschirr bis hin zu Löwenbabys gab es eine große Variation an Geschenken für Adenauer.  

Zu seinem 84. Geburtstag erhielt der Kanzler 1960 vom Bundeskabinett ein gemeinsames Geschenk. Dabei handelt es sich nicht um einen „Dolch“, wie Ludwig Erhard, Adenauers Vizekanzler, populärer Wirtschaftsminister und sein Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers, die Übergabe scherzhaft einleitete. Nein, es war ein kunstvoll gestalteter Brieföffner, erworben beim Hamburger Juwelier Goldemann. 

Die Klinge des Brieföffners besteht aus Jade in unterschiedlichen Grüntönen und geht in einen kunstvoll gestalteten Griff aus 750er Gold über. Die Kannelierung am Ende des Griffes ist mit einem feinen Band aus Brillanten besetzt. Der Griff besteht aus einer runden goldenen Platte, auf der aus Brillanten besetzt die Initialen „KA“ für Konrad Adenauer angebracht sind, umgeben von nicht weniger als siebzehn Rubinen. 

In der im WDR übertragenen Sendung zu Adenauers Geburtstag konnten die Zuhörer vernehmen, was es damit auf sich hat. Erhard übergab dem Kanzler das kostbare Geschenk mit den Worten: „Ein Brieföffner, in dem in der Mitte, selbstverständlich in Brillanten Konrad Adenauer steht und die siebzehn Rubine, die sich darum ranken, das sind wir.“

Der Brieföffner ist in der Ausstellung des Konrad-Adenauer-Forums in Berlin zu sehen. 

Ein kurioses, kostbares Geburtstagsgeschenk aus dem Jahr 1960

Ein kurioses, kostbares Geburtstagsgeschenk aus dem Jahr 1960

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