Adenauer auf der Wolke

Himmlische Karikaturen zum 150. Geburtstag

Eine Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung

Kein Politiker wurde in der jungen Bundesrepublik Deutschland so häufig gezeichnet wie Konrad Adenauer. Karikaturen begleiteten seine Regierungszeit, kommentierten seine Politik und prägten das öffentliche Bild des ersten deutschen Bundeskanzlers. Auch nach seinem Tod 1967 verschwand er nicht aus dem Blick der politischen Satire. Viele Zeichnerinnen und Zeichner versetzten ihn nun häufig an einen Ort, an dem man sich ihn offenbar besonders gut vorstellen konnte: nach oben, auf eine Wolke – als nachdenklichen, kritischen oder amüsierten Beobachter von Politik, Gesellschaft und aktuellem Zeitgeschehen.

Anlässlich seines 150. Geburtstags greift die Konrad-Adenauer-Stiftung dieses Bildmotiv auf. Unter dem Titel „Adenauer auf der Wolke“ haben sich 47 Künstlerinnen und Künstler Gedanken über die Frage gemacht, was Adenauer wohl heute aus seiner himmlischen Perspektive kommentiert hätte. Entstanden sind rund 50 neue Karikaturen und Cartoons: pointiert, überraschend, hintergründig, manchmal auch recht scharf – und immer mit dem Blick auf Adenauer und unsere Gegenwart.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die neu geschaffenen Arbeiten. Ausgewählte historische Karikaturen und Cartoons ergänzen die Schau und zeigen exemplarisch, wie sich das Motiv „Adenauer auf der Wolke“ in den vergangenen sechs Jahrzehnten entwickelt hat. So entsteht ein historischer Resonanzraum, der den Blick auf die neuen Werke vertieft, ohne ihren Gegenwartsbezug zu überlagern.

Adenauer selbst nahm Karikaturen über seine Person zumeist mit bemerkenswerter Gelassenheit, aber durchaus auch mit politischem Gespür. In einem Fernsehinterview sagte er 1963: „Ich amüsiere mich über die Karikaturen. Und ich bin wirklich da gar nicht empfindlich drin und prüfe, ob der Mann, der die Karikatur gemacht hat, nicht vielleicht doch da einen wunden Punkt berührt hat.“ Genau hier liegt die besondere Stärke der politischen Karikatur: Sie spitzt zu, legt offen, provoziert Widerspruch und bringt Debatten in Gang.

So verbindet die Ausstellung politische Erinnerung mit satirischer Gegenwartsbeobachtung. Sie lädt dazu ein, Adenauer menschlich wie politisch neu zu begegnen und sich seiner anhaltenden Aktualität bewusst zu werden. Zugleich rückt sie Fragen in den Blick, die sich heute mit neuer Dringlichkeit stellen: Wie schauen wir auf Demokratie, Verantwortung und politische Führung? Welche Rolle spielen Humor, bewusste Überzeichnung und Kritik im öffentlichen Diskurs? Und was vermag die Karikatur dabei sichtbar zu machen, was lange Texte und Reden bisweilen nur schwer vermitteln?

Orte und Termine:

Bonn, World Conference Center Bonn
5. Januar 2026
Vorschau mit ausgewählten Werken

Köln, Foyer der Kölner Oper im Staatenhaus
18. Januar bis 17. Februar 2026
Vorschau mit ausgewählten Werken

Bad Honnef-Rhöndorf, Museum der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus
24. Juni bis 16. August 2026
Weitere Informationen finden Sie hier.

Berlin
voraussichtlich Oktober 2026

Die Liste der Orte und Termine wird laufend ergänzt und aktualisiert.

Für nähere Auskünfte über das Projekt und die beteiligten Künstlerinnen und Künstler steht Ihnen Matthias Krüger, verantwortlicher Referent Zeitgeschichte, Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., gern zur Verfügung.

Impressionen aus Bonn und Köln